Wer Forex Trading verstehen will, sollte zuerst lernen, einen Wechselkurs zu lesen. Der Devisenmarkt verbindet Währungen aus verschiedenen Volkswirtschaften. Gehandelt wird immer ein Währungspaar: Wer eine Währung kauft, verkauft gleichzeitig eine andere. Kapitel 1 des E-Books „FOREX Trading vom Anfänger bis zum Profi“ von Oliver Krause erklärt diese Grundlogik und die Begriffe, die auf jeder Handelsplattform wiederkehren.

Währungspaare richtig lesen

Bei EUR/USD steht der Euro an erster Stelle und ist die Basiswährung. Der US-Dollar ist die zweite Währung, die Kurs- oder Quotierungswährung. Ein beispielhafter Kurs von 1,1000 bedeutet: Ein Euro wird mit 1,1000 US-Dollar bewertet. Es handelt sich um eine Darstellung des relativen Werts zweier Währungen, nicht um einen eigenständigen Preis des Euro. Dreht man die Reihenfolge des Paares um, ändert sich auch die Bedeutung des Kurses.

Die Buchstaben der Währungen und die Reihenfolge im Paar sind damit keine Nebensache. Vor einer Order muss klar sein, welche Währung gekauft und welche verkauft wird. Wer EUR/USD kauft, setzt auf eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar; wer das Paar verkauft, setzt auf die entgegengesetzte Bewegung. Ob eine solche Einschätzung zutrifft, ist offen.

Bid, Ask und Spread: Warum es zwei Kurse gibt

Ein Währungspaar wird üblicherweise mit zwei Preisen angezeigt. Der Bid oder Geldkurs ist der Preis, zu dem ein Händler die Basiswährung verkaufen kann. Der Ask oder Briefkurs ist der Preis, zu dem er sie kaufen kann. Der Ask liegt normalerweise über dem Bid. Ihre Differenz heißt Spread und gehört zu den Handelskosten. Je nach Kontomodell können zusätzlich Kommissionen oder andere Kosten entstehen.

Ein reines Rechenbeispiel: Steht EUR/USD bei 1,1000 / 1,1002, beträgt der Abstand 0,0002 US-Dollar je Euro, also zwei Pips bei einer Notierung mit vier Nachkommastellen. Ein Kauf startet zum höheren Ask; ein sofortiger Verkauf würde zum niedrigeren Bid erfolgen. Die Position beginnt daher bereits durch den Spread im Minus. Der tatsächliche Spread kann sich ändern, etwa bei geringer Liquidität oder wichtigen Nachrichten.

Pip, Long und Short einordnen

Mit Pip wird eine standardisierte Kursveränderung beschrieben. Bei vielen Währungspaaren entspricht ein Pip 0,0001; bei Paaren mit japanischem Yen gelten üblicherweise andere Nachkommastellen. Manche Plattformen zeigen zusätzlich kleinere Bruchteile eines Pips an. Wie viel Geld eine Veränderung um einen Pip ausmacht, hängt von Positionsgröße, Währungspaar und Kontowährung ab.

Long heißt, ein Währungspaar zu kaufen: Man kauft die Basiswährung und verkauft die Kurswährung. Short heißt, das Paar zu verkaufen und damit auf einen fallenden Wert der Basiswährung relativ zur Kurswährung zu setzen. In beiden Richtungen sind Verluste möglich. Diese Wörter beschreiben die Richtung einer Position, nicht ihre Erfolgsaussicht.

Marktzeiten und der sinnvolle erste Schritt

Der Devisenmarkt läuft während der Handelswoche über verschiedene Zeitzonen hinweg. Das bedeutet nicht, dass zu jeder Uhrzeit dieselbe Liquidität oder derselbe Spread verfügbar ist. Kapitel 1 empfiehlt, die Kursnotation und Kosten zunächst an wenigen Währungspaaren zu üben. Ein Demokonto kann helfen, Bid, Ask und Orderrichtung ohne Einsatz von Echtgeld nachzuvollziehen. Es bildet reale Ausführungsbedingungen und emotionale Belastung allerdings nicht vollständig ab.

Die wichtigste Erkenntnis dieses Kapitels: Erst verstehen, was gehandelt wird und welcher Kurs für Kauf oder Verkauf gilt. Wie Hebel, Lots und Margin den Geldbetrag hinter einer Kursbewegung bestimmen, behandelt Kapitel 2 zu Kursmechanik und Positionsgröße.